Produkte für die neue Schulmilchförderung

Am 17. August 2017 ist die neue "Schulmilchförderungs-verordnung" in Kraft getreten (die EU-Programme für Schulmilch, Schulobst- und Schulgemüse wurden zu den "EU-Schulprogrammen" zusammengelegt) und diese hat auch auf unsere Produkte für die Schulmilch weitreichende Auswirkungen. So sind in Zukunft weniger Zutaten erlaubt und der Zuckergehalt muss stufenweise reduziert werden. Durch verschiedenste Interventionen, unter anderem von Vertretern österreichischer Schulmilchbetriebe auf nationaler und auf EU-Ebene, ist es aber gelungen einen Kompromiss zu erreichen. Dieser sieht unter anderem vor, reine Milch und Naturjoghurt in Zukunft höher zu fördern. Dafür wird so wie bisher eine breite Produktpalette gefördert, was anfangs nicht geplant war.   

Die Zutatenliste wird schlanker und natürlicher

Um dem steigenden Gesundheitsbewusstsein Rechnung zu tragen, hat man sich auf eine Beschränkung der Zutaten geeinigt. So dürfen nun den Erzeugnissen weder Salz, Fett, koffeinhaltiger und koffeinfreier Kaffee oder Kaffeeauszug, Süßungsmittel oder Zusätze der Geschmacksverstärker E620 bis E650 zugesetzt werden.

Der Zuckergehalt wird stufenweise verringert


Den Milchmischprodukten mit mindestens 90% Milchanteil (z.B. Kakao, Erdbeer-, Banane- & Vanillemilch) und den Joghurterzeugnissen (fermentierte Produkte) mit mindestens  75% Milchanteil darf Zucker (oder Honig) in fogendem Ausmaß zugesetzt werden:


 Milchmisch-       
produkte
fermentierte
Produkte
 
   
ab dem Schuljahr 2017/18         max. 6,5%max. 7,0%
ab dem Schuljahr 2018/19     max. 5,5%max. 6,5%
ab dem Schuljahr 2020/21     max. 4,5%max. 6,0%
ab dem Schuljahr 2022/23 max. 3,5% max. 5,5% 


In den angegebenen maximalen Prozentsätzen ist der Gesamtzuckergehalt (zugesetzt und Fruchtzucker) einzurechnen. Als Zucker gelten nur die im KN-Code 1701 aufgelisteten Zuckerarten (Rohr- und Rübenzucker und chemisch reine Saccharose, fest). Andere Zuckerarten wie zum Beispiel der Glucose-Fructose-Sirup sind nicht mehr erlaubt.

Das bedeutet für Sie:

Aufgrund dieser neuen Förderrichtlinie haben wir unsere Fruchtzubereitungen für Schulmilch im konventionellen Bereich komplett überarbeitet. Bei den BIO-Sorten für Milch liegt der Gesamtzucker jetzt bereits unter 5,5 %! Diese werden wir erst Anfang 2020 an die neue Obergrenze anpassen.

Die bisherigen Sorten (92499 Banane, 217343 Erdbeere und 11111 Vanille) sind ausgelaufen und werden nicht mehr bestellt.

Die neuen Sorten für Schulmilch konventionell erfüllen schon jetzt die Vorgabe für das Schuljahr 2020/21:


BANANE FÜR SCHULMILCH
          
•  Dosierung 10% (4,5% Gesamtzucker )
•  39,8% Fruchtanteil
•  mit Bananensaft, Bananenpüree,
   Zucker, natürlichem Aroma,
   Trinatriumcitrat und Ascorbinsäure





 
                                                                                           
ERDBEERE FÜR SCHULMILCH

•  Dosierung 10% (4,5% Gesamtzucker)
•  45,0% Fruchtanteil
•  mit Erdbeersaft, Zucker, Pektin,
   natürlichem Aroma, Kaliumcitrat und
   Rote Beete Saftkonzentrat




 
  
VANILLE FÜR SCHULMILCH
      
•  Dosierung 10% (4,5% Gesamtzucker)
•  1,8% Vanilleextrakt Bourbon
•  mit Zucker, natürlichem Aroma und
   Zitronensaftkonzentrat

 


Unsere beliebte ZB 234460 SCHOKO konventionell ist mit ihrer Dosierung von 12% nicht förderfähig! Eine 10%ige Dosierung ist aber rechtlich nicht möglich, da die benötigte Menge Kakao produktionstechnisch nicht in die Zubereitung eingebracht werden kann um sie laut Codex als „Kakaomilch“ kennzeichnen zu können. Aufgrund vermehrter Anfragen bieten wir nun zusätzlich eine förderfähige Kakao-Zubereitung an:


KAKAO FÜR SCHULMILCH

•  mit der Dosierung von 10% als Kakao-
   milch zu deklarieren (5,5% Gesamtzucker)
•  mit Magerkakaopulver, Zucker und
   nativer Stärke
•  keine weiteren Zusatzstoffe!
 




So wie die Schoko sind auch unsere beiden Eiskaffeesorten (96888 mit Koffein und 160389 koffeinfrei) nicht mehr förderbar. Solange aber Nachfrage danach besteht bleiben alle drei im Programm!

Unsere Fruchtzubereitungen für Joghurt (fermentierte Produkte) werden wir derzeit nicht den neuen Förder-richtlinien anpassen, da sehr wenige Kunden die Schulmilchförderung dafür in Anspruch nehmen und wir die Staffelungen beim Zuckergehalt als unrealistisch ansehen.


Kommentar

Die neue „Schulmilchförderungsverordnung“ hat vor ihrem Inkrafttreten viel Staub aufgewirbelt und einige Beteiligte vergrämt sowie ratlos zurückgelassen. Durch das neue Mitspracherecht verschiedenster öffentlicher Institutionen, dem allgegenwärtigen Verteufeln von Zucker in den Medien sowie dem generellen Infragestellen vieler notwendiger Zutaten gibt es nun eine Verordnung, welche für Lebensmittelproduzenten und Händler eine große Herausforderung darstellt.

Dass die Gesundheit der Schulkinder an erster Stelle zu stehen hat, steht außer Frage! Die Art und Weise aber, wie diese zu erreichen versucht wird, lässt schon Raum für Diskussionen offen. Denn das Thema in erster Linie auf die „böse Schulmilch“ abzuwälzen und zum Beispiel die Getränke- und Süßwarenindustrie weiter gewähren zu lassen, ist sicher nicht der richtige Ansatz. Wie sagte ein Kunde zu uns: „Von dem einen Becher Fruchtmilch pro Tag wird kein Kind zuckerkrank werden!“

Eine generelle, schrittweise Zuckerreduktion ist sicher sinnvoll, allerdings nicht in dem Ausmaß! Bei den Milch-produkten sehen wir die (Geschmacks-)Grenze bei 4,5% Gesamtzucker und bei den Joghurtprodukten, wo Produkte im Handel mit bis



zu 13% Gesamtzucker verkauft werden, sind sogar die aktuell verordneten 7,0% geschmacklich nicht mehr vertretbar.
Auch die Beschränkung der Zutaten ist ein Kompromiss. Da wird „Kaffee“ verboten, aber „Koffein“ ist erlaubt... Über die Sinnhaftigkeit darf gerätselt werden, denn aufputschende Substanzen wie Mate, Tee, Guarana etc. können somit eingesetzt werden. Und über das Zaubermittel der Lebensmittelindustrie, das Carrageen, aus Rotalgen hergestellt, wird auch kein Wort verloren. Dieser Lebensmittelzusatzstoff wird als Gelier- und Verdi-ckungsmittel (mittlerweile auch schon im Schlagobers) eingesetzt, sorgt für ein sämigeres Mundgefühl und verhindert das Entmischen, beispielsweise bei einer Kakaomilch. Carrageen ist sogar im Bio-Bereich zugelassen, obwohl es Studien gibt welche die Harmlosigkeit durchaus in Frage stellen!

Nachdem wir alle in Zeiten großer Veränderungen leben, habe ich die Hoffnung, dass neue Entscheidungsträger Fehlentwicklungen erkennen und die Courage besitzen diese auch wieder zurückzunehmen.   

Das meint Ihr
Andreas Geyer